Erzieher*in – Berufsbild

Katja Henning Bildungsberatung / Lehrgangskoordination

Arbeitsmarktperspektive

Der Beruf Erzieher*in ist ständig gefragt. Seit August 2013 besteht in Deutschland ein  Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in einer Kindertagespflege bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.

Da schon jetzt ein Mangel an Fachpersonal besteht, werden in Zukunft noch mehr Erzieher und Erzieherinnen gebraucht. Ihre Chancen, nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder Umschulung einen Job zu finden, sind somit sehr groß.







viel wenig

Arbeit mit Menschen

Kreative Arbeit

Verwaltung & Planung

Körperliche Arbeit

Neugier & Einsatz

Erzieher*in (staatlich anerkannt)

Ausbildung
Dauer: 36 Monate
Abschluss: staatlich anerkannt

ERZIEHER*IN (STAATLICH ANERKANNT)

Umschulung
Dauer: 36 Monate
Abschluss: staatlich anerkannt

Voraussetzungen und Perspektiven

Was wird von mir erwartet?

Nach der Umschulung / Ausbildung eröffnen sich Ihnen verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. So werden Sie entweder in Kindergärten, Kindertageseinrichtungen oder Horten mit Kindern arbeiten, oder auch mit der Betreuung von Jugendlichen in Kinder-, Jugendwohn- und Erziehungsheimen betraut werden. All diesen Einsatzorten ist gemein, dass sie eine gewisse Flexibilität und Belastbarkeit von Ihnen erfordern.

Als Erzieher*in stellen Sie nicht nur eine Vertrauensperson für die Ihnen anvertrauten Kinder dar, sondern auch für die Eltern. So wird von Ihnen nicht nur ein liebevoller und fürsorglicher Umgang mit Kindern erwartet, sondern auch die gewissenhafte und seriöse Kommunikation mit den Eltern gehört zu Ihrem Beruf.

Die Arbeit mit Kindern ist dennoch Ihr täglich Brot und bereitet Ihnen Freude. Sowohl erzieherische Aufgaben als auch die kreative Freizeitgestaltung gehören genauso zu Ihrem Alltag wie frühkindliche Erziehung oder die Gruppenarbeit in Vorschulen.

Im Vordergrund steht dabei immer der erzieherische Auftrag gegenüber den Kindern.

Welche Aufgaben und Tätigkeiten werde ich übernehmen?

Als Erzieher*in betreuen und fördern Sie die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In erster Linie unterstützen Sie die Ihnen anvertrauten Personen in ihrer geistigen, körperlichen und sozialen Entwicklung.

 

Verantwortung und Inklusion

Besonders viel Verantwortung und Engagement verlangt die Arbeit als Erzieher*in einer Wohneinrichtung für Kinder oder Jugendliche mit Behinderungen. Hier nehmen Sie als Erzieher/in teilweise die Rolle der Eltern ein. Sie bereiten Speisen zu, kümmern sich um die Körperpflege und Hygiene und organisieren die komplette Freizeitgestaltung. Unregelmäßige Arbeitszeiten können hierbei zur Regel werden. Als Erzieher in einer solchen Einrichtung tragen Sie große Verantwortung, da im Ernstfall das Wohlergehen der Kinder und/oder Jugendlichen an Ihren Entscheidungen hängt.

Vorbild und Bezugsperson

Egal in welchem Alter, benötigen Kinder und Jugendliche Zuneigung und Betreuung. Sie sind als Erzieher*in sowohl Vorbild als auch Bezugsperson und Freund in einer Person. Es liegt in Ihrer Verantwortung, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu fördern und in ihrem Leben zu unterstützen, sodass sie zu vollwertigen und selbstständigen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Einen besonderen Fokus legen Sie auf die Inklusion geistig oder körperlich behinderter Kinder, um sie in Gruppen Gleichaltriger einzubinden.

In Ihrem Handeln folgen Sie stets einem klar definierten und für die Kinder und Jugendlichen nachvollziehbaren pädagogischen Konzept. Sie sind in der Gruppe die Person, die Regeln und Verhaltensweisen für das soziale Miteinander aufstellt und aufkommende Konflikte schlichtet. Mit Ihrem eigenen Verhalten nehmen Sie eine Vorbildfunktion ein.

Gleichzeitig stehen Sie stets bereit, falls die Kinder und Jugendlichen Probleme oder Sorgen haben. Sie sind die Bezugsperson. Diese Aufgaben verlangen von Ihnen ein großes Maß an Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, eine gewisse Zeit des Tages Ihre Bedürfnisse hinten an zu stellen.

Mit welchen Arbeitsmitteln und Gegenständen werde ich arbeiten?

Als Erzieher*in ist das wichtigste Arbeitsmittel die zwischenmenschliche Kompetenz. Allerdings sollten Sie auch mit MS Office und üblichen Bürogegenständen vertraut sein.
Zum Aufgabenbereich zählt nicht nur der direkte Kontakt mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch die Ausarbeitung von Erziehungsplänen. So sollten Sie immer up to date sein, was Erziehungsthemen betrifft. Im Zuge der Freizeitgestaltung sollten Sie einen Überblick über verschiedene Sportarten und Musikinstrumente haben.

Sind die Kinder im Schulalter, lesen Sie mit ihnen angemessene Lektüre und bearbeiten die Hausaufgaben.

Auch die Ernährung und Aufgaben in der Küche, das Zubereiten von Speisen, stehen für Sie auf dem Programm.

Wo werde ich eingesetzt?

Erzieher*innen finden Beschäftigung

  • in Kindergärten, Kinderkrippen und Horten
  • in Kinder-, Jugendwohn- und Erziehungsheimen
  • in Familienberatungs- und Suchtberatungsstellen
  • in Tagesstätten oder Wohnheimen für Menschen mit Behinderung
  • in Erholungs- und Ferienheimen.

Das Video zum Beruf Erzieher*in

Lernen Sie den Berufsalltag von Erzieher*innen kennen:

Tätigkeiten im Einzelnen

Verhalten und Befinden der betreuten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beobachten und daraus Erziehungsmaßnahmen ableiten.

  • Beobachtungsergebnisse und andere Informationen nach pädagogischen Grundsätzen analysieren und beurteilen, z.B. den (altersgemäßen) Entwicklungsstand, die Motivation und das Sozialverhalten, außerdem Kenntnisse, Fertigkeiten und Lernfortschritte, psychische Stabilität und Verhaltensauffälligkeiten
  • ggf. langfristige Erziehungspläne erstellen; dabei vor allem Vorgaben der Einrichtung, rechtliche und organisatorische Vorgaben, Erziehungsziele, Erziehungsmittel und spezielle Erziehungsprobleme berücksichtigen

Aktivitäten und pädagogische Maßnahmen vorbereiten, orientiert an individuellen Neigungen und Fähigkeiten der Betreuten sowie an den pädagogischen Zielen

  • Materialien für Lernen, Sport und Spiel beschaffen und vorbereiten
  • Anschauungsmaterial wie Bildtafeln und Arbeitsblätter erstellen
  • Ausflüge, Feiern und andere Veranstaltungen vorbereiten
  • altersgemäße Lern- und soziale Prozesse fördern (z.B. bei Kindern unter drei Jahren, Kindern im Vorschulalter)
  • zu entwicklungsfördernden, kooperativen, kommunikativen und kreativen Beschäftigungen wie freiem oder gelenktem Spiel oder Teamarbeiten anregen und ggf. dabei anleiten
  • Schulkinder beim Anfertigen der Hausaufgaben betreuen und unterstützen, ggf. schulischen Ergänzungsunterricht abhalten
  • körperliche Entwicklung der Betreuten fördern, etwa durch Spiele im Freien, bewegungserzieherische Maßnahmen (wie Haltungsgymnastik), Bewegungsspiele und Sport (wie Jazzgymnastik, Ballspiel), Übungen zur Stärkung von Sinneswahrnehmungen
  • bei Problemen zur Verfügung stehen; (Beratungs-)Gespräche führen
  • Konzentrationsübungen und andere förderpädagogische Maßnahmen durchführen
  • Kinder und Jugendliche in ihrer sprachlichen Entwicklung fördern, kindgerechtes Fremdsprachentraining leiten
  • Kindern im Vorschulalter naturwissenschaftliche Themen näherbringen und sie zu Umweltbewusstsein erziehen
  • gemeinsam singen und musizieren, z.B. unter Verwendung des Orff-Instrumentariums
  • zusammen zeichnen, malen, formen, etwa mit Ton und Farbe, oder die Kinder und Jugendlichen dazu anregen und dabei begleiten
  • gestalterische Techniken vermitteln, z.B. Linolschnitt, Batik, Stoffdruck
  • Maßnahmen zur Leseförderung durchführen, z.B. Kindern vorlesen oder gemeinsam Bilderbücher anschauen
  • Kinder und Jugendliche zum verantwortungsbewussten Umgang mit Medien erziehen
  • Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen
  • Feste, Feiern und Aufführungen – beispielsweise zu Jahreszeiten, Feiertagen oder Geburtstagen – gestalten
  • Kinder und Jugendliche im Rahmen von Erziehungszielen (z.B. Toleranz und Gewaltfreiheit) in Konfliktsituationen unterstützen: Streit schlichten, körperliche Auseinandersetzungen unterbinden, Konfliktgespräche führen oder moderieren
  • Menschen in Schwierigkeiten trösten, ggf. einschließlich körperlicher Zuwendung (z.B. Kinder in den Arm nehmen)
  • mit durch Krankheit oder Behinderung beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen motorisch-funktionelle Übungen oder Übungen zur Alltagsbewältigung durchführen
  • Erziehungsmaßnahmen und deren Ergebnisse dokumentieren, etwa Berichte über Einzelfallentwicklungen oder Gutachten für Jugendämter erstellen
  • erzieherische Arbeit im Team reflektieren, ggf. zusammen mit Vorgesetzten
  • je nach Aufgabenstellung und Sachlage Fachleute aus Medizin, Psychologie, Therapie sowie andere sozialpädagogische Fachkräfte oder Behörden (z.B. Jugendämter) konsultieren und mit ihnen zusammenarbeiten
  • Ruhepausen und Schlafzeiten überwachen
  • warme und kalte Speisen zubereiten
  • leichte Erkrankungen und Verletzungen behandeln
  • Betten, Einrichtungsgegenstände, Hilfsmittel etc. reinigen und ggf. desinfizieren
  • Kinder bei der Körperpflege unterstützen und sie zur Hygiene anhalten, Kleinkindern oder Menschen mit Behinderung bei Aktivitäten wie Zähneputzen, Essen oder Anziehen helfen, Kleinkinder wickeln
  • Informations- und Aufnahmegespräche mit Eltern und Erziehungsberechtigten bzw. anderen Angehörigen führen und dokumentieren
  • Elternabende und -kurse durchführen
  • Hilfskräfte, ehrenamtliche Mitarbeiter/innen und Praktikanten/Praktikantinnen anleiten
  • Elternarbeit innerhalb der entsprechenden Einrichtung koordinieren

Quelle: BERUFENET

Nicht das, was Sie gesucht haben?

Nutzen Sie unseren Kursfilter, um das für Sie passende Bildungsangebot zu finden.