Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte*r – Berufsbild

Gudrun Ball Bildungsberatung / Lehrgangskoordination

Berufsbild / Arbeitsmarktperspektive

Kundenorientierung und Zuverlässigkeit machen neben der juristischen Kompetenz des Rechtsanwalts den Erfolg einer jeden Kanzlei aus. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen Rechtsanwälte und Notare durch leistungsfähige und kompetente Mitarbeiter unterstützt werden.

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte führen das Sekretariat von Kanzleien selbständig, verwalten den Terminkalender, übernehmen die Fristenkontrolle und führen den allgemeinen Schriftverkehr. Darüber hinaus erstellen sie selbständig die Kostenrechnungen, beantragen Mahnbescheide und führen Zwangsvollstreckungen durch. Neben der Mitarbeit in Kanzleien und Notariaten sind Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte aufgrund ihrer breiten Qualifikation begehrte Mitarbeiter/innen bei Versicherungen, Justizbehörden und Patentanwaltskanzleien.

Weitere gängige Berufsbezeichnungen: 

  • Rechtsanwalts- und Notargehilfe*in
  • Kaufmann*frau – Notariate Schweiz






viel wenig

Arbeit mit Menschen

Kreative Arbeit

Verwaltung & Planung

Körperliche Arbeit

Neugier & Einsatz

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte*r RAK

Umschulung
Dauer: 24 Monate, mit Praktikum
Abschluss: RAK-Abschluss

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte*r RAK

Prüfungsvorbereitung
Dauer: 4 Monate

Einstieg individuell nach Vorkenntnissen möglich.

Voraussetzungen und Perspektiven

Was wird von mir erwartet?

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte üben eine verantwortungsvolle Tätigkeit aus. Hierfür sind Sorgfalt und Konzentration, Diskretion besonders wichtig, da eine Vielzahl von komplexen Vorschriften und gesetzlichen Vorgaben einbezogen und beachtet werden müssen. Im Bereich Notariat müssen die Mitarbeiter in der Lage sein, selbständig Verträge nach Vorgaben zu entwerfen.

Einen großen Teil der Arbeitszeit verbringen sie am Computer. Das Tagesgeschäft bearbeiten sie eigenständig, jedoch immer nach bestimmten Vorgaben. Teamfähigkeit spielt in größeren Kanzleien eine zunehmende Rolle. Unerlässlich sind gute Deutschkenntnisse, insbesondere eine sichere Rechtschreibung.

In internationalen Kanzleien sind vor allem Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil oder sogar unbedingt notwendig. Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte haben intensiven und regelmäßigen Kontakt mit Mandanten. Sie müssen zudem in der Lage sein, sich immer wieder auf neue Situationen und Sachlagen einzustellen und auch bei nervigen Mandanten geduldig und freundlich auftreten. Zeitdruck entsteht bei ihnen, wenn wichtige Termine und Fristen strikt eingehalten werden müssen. Dann können es mitunter auch Überstunden anfallen.

Schließlich ist auch ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild wichtig.

Welche Aufgaben und Tätigkeiten werde ich übernehmen?

Das Kanzleigeschehen im Überblick.
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte stehen Juristen zur Seite und unterstützen sie bei rechtlichen Dienstleistungen. Darüber hinaus führen sie allumfassende organisatorische und wirtschaftliche Tätigkeiten aus.

Die juristische Korrespondenz im Überblick.
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte übernehmen die gesamte Korrespondenz der Kanzlei, sie bearbeiten dabei nicht nur den Posteingang und -ausgang, sondern auch E-Mails. Die persönlichen Daten von Klienten werden von ihnen aufgenommen und in einer Akte angelegt. Am PC beschäftigen sich Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte mit Papieren für Scheidungsangelegenheiten, Miet- und Arbeitsgerichtsstreitfällen, Befugnissen oder eidesstattlichen Versicherungen. Sie fertigen auch Schriftsätze, d.h. Unterlagen für gerichtliche Prozesse. Dokumente für Klientenbesuche oder Gerichtsverhandlungen bereiten Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte sorgfältig vor oder stellen Akten zur Wiedervorlage bereit. Dabei behandeln sie die vertraulichen Daten der Mandanten diskret und sorgfältig. Zudem führen Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte einen Fristen- und Terminkalender, der sicherstellt, dass Klagen rechtzeitig eingereicht sowie Berufungen fristgemäß eingelegt werden. Des Weiteren müssen sie die juristische Fachsprache beherrschen, um Unterlagen und Dokumente von Behörden für Beurkundungen telefonisch, per Fax oder E-Mail anzufordern.

Allroundtalent gefragt.
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte arrangieren die tagtäglich anfallenden Arbeiten und betreuen Klienten und Mandanten. Sie treffen Absprachen mit Juristen und erledigen Aufgaben selbständig. Häufig fungieren Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte dabei als Alleskönner: Sie nehmen Telefonate entgegen, reichen diese weiter und machen Termine aus. Klienten werden von ihnen empfangen und während der Wartezeit betreut. Vorbesprechungen mit Mandanten werden freundlich und geduldig geführt.

Belege, Konten, Mahnbescheide.
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte sind ebenfalls für kaufmännische Aufgaben zuständig.
Dazu gehört das betriebsinterne Rechnungswesen, das sie mithilfe geeigneter Software am PC durchführen.

Außerdem archivieren Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte Buchungsbelege, beteiligen sich an der Vorbereitung von Monats- und Jahresabschlüssen, erledigen den Zahlungsverkehr und fakturieren Gebühren. Zudem beantragen sie Mahn- und Vollstreckungsbescheide.

Wo werde ich eingesetzt?

  • Rechtsanwaltsbüros
  • Notariat
  • Versicherungen
  • Justizbehörden
  • Rechtsabteilung von Firmen

In welchen Branchen kann ich tätig sein?

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte arbeiten vorwiegend in Rechtsanwaltskanzleien zusammen mit Juristen. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit in Inkassobüros, bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder in Mahnabteilungen von Versandhäusern, von größeren Warenhausketten oder von Banken und Sparkassen tätig zu werden.

Branchen im Überblick:

  • Rechtsberatung

    • Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat
    • Notariate

Darüber hinaus bieten sich Beschäftigungsmöglichkeiten in folgenden Arbeitsbereichen/Branchen:

  • Sonst. Dienstleistungen für Unternehmen und Privathaushalte
    • Inkassobüros
  • Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung
    • Praxen von Wirtschaftsprüferinnen und –prüfern
  • Einzelhandel
    • Versand- und Internet-Einzelhandel, z.B. Mahnabteilungen von Versandhäusern
    • Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (in Verkaufsräumen), z.B. Mahnabteilungen größerer Warenhausketten
    • Sonstiger Einzelhandel, z.B. Mahnabteilungen größerer Handelsketten für Möbel, Bekleidung, Unterhaltungselektronik oder Heimwerkerbedarf
  • Banken, Kreditinstitute, Börsen
    • Mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten, z.B. Mahnabteilungen von Banken oder Sparkassen
  • Versicherungen
    • Versicherungen, z.B. Mahnabteilungen
  • Wirtschafts-, Berufsverbände, Gewerkschaften
    • Berufsorganisationen

Das Video zum Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte*r

Lernen Sie den Berufsalltag von Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten kennen:

Tätigkeiten im Einzelnen

  • Besprechungstermine vereinbaren und vorbereiten
  • Mandanten empfangen und Vorbesprechungen führen
  • Beurkundungsaufträge entgegennehmen, Informationen für die Formulierung/Gestaltung von Urkunden einholen
  • Mandanten über den jeweiligen Sachstand von Rechtsangelegenheiten informieren und notwendige Unterlagen für Besprechungstermine anfragen
  • Posteingang und -ausgang bearbeiten
  • Termine notieren
  • Fristen berechnen und kontrollieren
  • Einhaltung der Fristen überwachen
  • Wiedervorlagekalender zur rechtzeitigen Veranlassung erforderlicher Schritte führen
  • Akten anlegen und führen
  • abgeschlossene Fälle ordnungsgemäß ablegen, vollzogene Urkunden einsortieren
  • Vertragsentwürfe vorbereiten
  • Schriftstücke selbständig erstellen
  • Mahnbescheide beantragen
  • Zwangsvollstreckungsanträge stellen
  • Forderungen und Zinsen berechnen
  • Unterlagen / Dokumente für Beurkundungen anfordern (z.B. im Rahmen von Grundstückskaufverträgen)
  • Erbscheinanträge, Vollmachten, Unterschriftsbeglaubigungen selbstständig entwerfen
  • Abschriften von Urkunden herstellen
  • Gebührennoten berechnen, Honorarvereinbarungen (z.B. für außergerichtliche Beratungen) aufsetzen, Kostenrechnungen für notarielle Leistungen erstellen
  • Zahlungsverkehr erledigen und überwachen
  • Buchführung vorbereiten
  • hinterlegte Mandantengelder unter Aufsicht des Anwaltsnotars/der Anwaltsnotarin in das Massenbuch eintragen
  • Korrespondenz führen
  • Schreibarbeiten erledigen
  • fertig gestellte Schriftstücke zur Unterschrift vorlegen

Quelle: BERUFENET

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